Erste Antwort der Roten Hilfe auf Offenen Brief

Wir danken Henning von Stoltzenberg, Mitglied im Bundesvorstand Rote Hilfe e.V, für eine erste Antwort auf den Offenen Brief von Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP, und Hans Bauer, Vorsitzender der GRH, an die Rote Hilfe. Wir dokumentieren sie an dieser Stelle. Köbele und Bauer hatten sich in ihrem Brief kritisch zur Ausgabe der Mitgliederzeitschrift der Roten Hilfe mit dem Schwerpunkt „Repression gegen linke Oppositionelle in der DDR“ geäußert. Das Ostdeutsche Kuratorium von Verbänden hatte sich der Kritik angeschlossen.

Der Hinweis von Henning von Stoltzenberg auf die Existenz verschiedener Meinungen in der strömungsübergreifenden Organisation ist aus Sicht des Sekretariates des DKP-Parteivorstandes keine ausreichende Antwort auf die massiven Angriffe in der Mitgliederzeitung gegen einen Teil der eigenen Mitgliedschaft. Insofern hoffen wir auf eine konstruktive Debatte des Bundesvorstandes der Roten Hilfe am 14. April und eine ausführlichere Antwort.

Antwort von Henning von Stoltzenberg, Mitglied im Bundesvorstand Rote Hilfe e.V., auf den Offenen Brief an die Rote Hilfe von Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP, und Hans Bauer, Vorsitzender der GRH:

Liebe Genossen,

danke für euren Offenen Brief und die klare Kritik. Wir werden uns damit intensiv auf unserer nächsten Sitzung am 14.04. befassen und euch dann ausführlich antworten.

Ich darf vorweg nehmen, dass es uns absolut nicht darum geht, die kommunistische Strömung auszugrenzen. Diese RHZ-Ausgabe sollte der Versuch sein, die Geschichte der DDR aus einem anderen Blickwinkel als in der RHZ 4/2016 unter Einbeziehung der Repressionsaspekte zu beleuchten.

Dass dies aus eurer Sicht komplett gescheitert ist, wird in eurem Briefmehr als deutlich. Es gibt zahlreiche Genoss*innen, die eure Kritik teilen, zahlreiche andere teilen die Einschätzungen und Bewertungen der aktuellen Ausgabe.

Wie ihr wisst, sind wir ein strömungsübergreifender Solidaritätsverein mit einer Mitgliedschaft, die sich wirklich aus allen Facetten der linken und auch zum Teil linksliberalen Politik zusammensetzt. Dieses Konzept hat viele Stärken und Schwächen, aber es ist in der Form einmalig.

Ich denke wir sind uns einig, dass die Rote Hilfe e.V. in diesen Zeiten des Rechtsrucks absolut notwendig ist und hoffe daher inständig, dass wir unsere gute und enge Kooperation fortsetzen.

Alles andere würde nur den Klassengegner stärken.

Mit den besten solidarischen Grüßen,

Henning v. Stoltzenberg

Mitglied im Bundesvorstand Rote Hilfe e.V.